Datum: 29.10.2009, Titel: Feierliche Auszeichnung

Feierliche Auszeichnung


Mit der Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Bronze wurde die AIDS-Hilfe Hamburg mit ihren rund 90 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am 29. Oktober 2009 geehrt.

„Seit einem Vierteljahrhundert ist AIDS-Hilfe Hamburg aktiv, um die Lebenssituation von HIV-Infizierten Menschen zu verbessern", so Gesundheitssenator Dietrich Wersich. „Der Verein hat durch seinen Einsatz zudem maßgeblich dazu beigetragen, der Ausbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten in Hamburg entgegenzuwirken. Die hohe Auszeichnung für die AIDS-Hilfe Hamburg würdigt diesen Beitrag für das Gemeinwesen und die Freie und Hansestadt Hamburg und steht stellvertretend für das große Engagement aller Einrichtungen im Hamburger AIDS-Hilfesystem."

In Vertretung von Gesundheitssenator Wersich überreichte Staatsrätin Dr. Angelika Kempfert die hohe Auszeichnung des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen des Senatsempfangs aus Anlass des Hamburger AIDS-Kongresses im Bucerius Kunst Forum an Christian Giebel und Lutz Johannsen (Vorstandsmitglieder).

Fotoalbum

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Sehr geehrte Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer,
sehr geehrte Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren,

Ich begrüße Sie hier, im Bucerius-Kunstforum, ganz herzlich zum Senatsempfang im Rahmen des Hamburger AIDS-Kongresses 2009. Dazu überbringe ich Ihnen für den gesamten Kongress auch die besten Wünsche des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg. Ganz besondere Grüße möchte ich Ihnen von Senator Wersich ausrichten, der heute Abend sehr gern persönlich zu Ihnen gesprochen hätte, aber aus gesundheitlichen Gründen leider kurzfristig absagen musste.

Meine Damen und Herren,
dieser Senatsempfang ist der erste Senatsempfang anlässlich des Welt-AIDS-Tages, der nicht um den 1. Dezember und nicht im Hamburger Rathaus stattfindet. Dennoch bleibt die Intention die gleiche: Dank zu sagen für die gute und engagierte Arbeit der unterschiedlichen Einrichtungen im Hamburger AIDS-Hilfesystem und die Präventionsarbeit weiter hervorzuheben. Der 1. Hamburger AIDS-Kongress ist dafür ein guter Anlass. Bereits der erste Kongresstag hat deutliche gemacht, dass es angesichts von jährlich mehr als 200 HIV-Neuinfektionen alleine in Hamburg und trotz verbesserter Behandlungsmöglichkeiten keine Alternative zur Prävention gibt. Deshalb haben wir in Hamburg auch die Prävention in diesem Jahr weiter verstärkt.

Im Projekt Hein & Fiete zum Beispiel wurde eine weitere Stelle für die Szene-Vor-Ort-Arbeit eingerichtet. Die AIDS-Hilfe Hamburg hat zusätzliche Mittel in Höhe von 30.000 Euro erhalten. Die von meiner Behörde finanzierten Netzwerkstellen für die Jugendprävention und die Prävention bei Migrantinnen und Migranten zeigen bereits erste Erfolge: Für Migranten konnte ein Netz von ehrenamtlichen Multiplikatoren aus der Zielgruppe gewonnen werden. Und im Bereich der Jugend- und Schulprävention findet erstmals eine Vernetzung und Abstimmung zwischen den zahlreichen Angeboten in diesem Bereich statt, im Sinne einer Effektivierung und Qualitätssicherung.
Hamburg verfügt über ein umfangreiches Hilfesystem und eine gute Netzwerkarbeit vor Ort.

Wie gut dieses Netzwerk in Hamburg funktioniert, zeigt sich nicht zuletzt am 1. Hamburger AIDS-Kongress. Denn sowohl an der inhaltlichen Ausgestaltung als auch an der Moderation in den Arbeitsforen des Kongresses haben sich Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Einrichtungen wie dem Projekt Hein & Fiete, Basis-Projekt, Ragazza und Amnesty für women und natürlich auch die AIDS-Hilfe tatkräftig beteiligt. Diese Bereitschaft, gemeinsam nach Wegen zu suchen, die AIDS-Prävention in Hamburg weiter zu verbessern und veränderten Bedingungen anzupassen, erscheint mir ganz besonders wichtig.
Denn ob wir unsere ehrgeizigen Ziele in der Prävention wirklich erreichen, liegt in der Verantwortung aller Beteiligten. Nur wenn wir - jede Einrichtung in ihrem Aufgabenbereich - alle an einem Strang ziehen, können wir letztlich erfolgreich sein. Dieses gemeinsame Vorgehen hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt und sollte auch für die Zukunft unser handeln bestimmen.

Der Hamburger Kongress kann einen Beitrag dazu leisten.
Aus dem gesagten wird deutlich, dass die AIDS-Prävention in Hamburg, ebenso wie die Unterstützung der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, in einem erheblichem Maße von Einrichtungen wahrgenommen wird, die auf vorbildliche Weise mit Betroffenen zusammenarbeiten, wie z.B. der AIDS-Hilfe Hamburg, Hein & Fiete, Ragazza oder dem Basis-Projekt. Deren engagierten, oft ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass Hamburg in der Prävention im Vergleich gut da steht und Menschen mit HIV/AIDS sich nicht ausgegrenzt fühlen müssen und kompetente Hilfe und Unterstützung erhalten.

Hamburg hat bereits sehr früh, mit Beginn der AIDS-Epidemie, angefangen, die damals entstehenden Selbsthilfeeinrichtungen zu unterstützen. So ist es nicht verwunderlich, dass heute - ein viertel Jahrhundert später - die ersten Jubiläen zu feiern sind. Anlässlich der 25-Jahrfeier der AIDS-Hilfe Hamburg hat der Senat beschlossen, den Verein, stellvertretend für die hervorragende Arbeit aller Einrichtungen in diesem Bereich, mit der „Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes" zu ehren. Mit dieser Auszeichnung werden Persönlichkeiten oder Institutionen geehrt, die sich hervorragende Verdienste um das Gemeinwohl erworben haben.

Die AIDS-Hilfe Hamburg e.V. wurde am 30.11. 1984 gegründet. Sie war die erste Hamburger Einrichtung in diesem Themenfeld und zunächst eine reine Selbsthilfeorganisation homosexueller und HIV-positiver Männer. Heute beschäftigt der Verein in der Beratungsstelle Struensee-Centrum und in der Freiwilligenagentur 14 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und etwa 80 Ehrenamtliche. Aus der Arbeit der AIDS-Hilfe Hamburg sind weitere Einrichtungen und Projekte wie z.B. der Drogenhilfeverein Palette e.V., Prävention e.V./Hein& Fiete und die Hamburg Leuchtfeuer gGmbH hervorgegangen. Die AIDS-Hilfe Hamburg ist umfassend aktiv, das heißt sowohl im Bereich der Primär-, Sekundär- als auch Tertiärprävention. Sie leistet rundum einen wichtigen Beitrag in der Beratung und Betreuung von Menschen mit HIV und AIDS in dieser Stadt.
Ich bitte die Vertreterinnen und Vertreter der Hamburger AIDS-Hilfe jetzt zu mir, um die Medaille zu überreichen.

 

Meine Damen und Herren,
viele von Ihnen haben bereits einen anstrengenden Kongresstag hinter sich.
Und so soll der Senatsempfang heute Abend auch Gelegenheit bieten, die vielen in diesem Themenfeld engagierten Menschen sowie Betroffene zusammen zu bringen und die Möglichkeit zu geben, auch jenseits des offiziellen Kongressprogramms miteinander ins Gespräch zu kommen.
Für Auflockerung und Unterhaltung sorgen dabei die Mitglieder der Love Patrol, die Ihnen gewiss schon aufgefallen sind und die Band „Die Schwindler".
Für den heutigen Abend, wie auch für den Kongresstag morgen, wünsche ich Ihnen anregende Gespräche und einen gewinnbringenden Austausch.

Vielen Dank

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